Japanisches Palais Dresden: hier sind berühmte Kulturschätze zu Hause

Anmutig und erhaben thront das Japanische Palais über dem Elbufer von Dresdens Neustadt. Vis-a-vis zur noch bekannteren Altstadtseite, scheint dieses Haus beinahe im Schatten der prominenten Architektur zu stehen. Doch in Bescheidenheit muss sich das Japanische Palais dennoch nicht üben.

Vom Porzellan-Schloss zur Herberge von Museen

Mit dem Aufbau dieser hochkarätigen Kulturstätte verfolgte der sächsische Kurfürst Augst der Starke einen Traum. Nachdem er das Haus im Jahre 1717 erworben hatte, wollte er sich mit diesem Gebäude den Wunsch von einem Porzellan-Schloss erfüllen. Dieser Wunschgedanke zerplatzte wie eine Seifenblase. Deshalb zogen in dieses Haus ab den 1720er Jahren unterschiedliche Kunstsammlungen ein. Heute ist das Japanische Palais die Herberge der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen, des Museums für Völkerkunde sowie des Landesmuseums für Vorgeschichte.

Fernöstliche Elemente mit Blickfanggarantie

Die Entstehung des Prachtbaus ist das Resultat von Überlegungen eines gewissen Rudolph Faesch. Ihm wurde 1715 die Aufgabe übertragen, ein Landhaus für Jakob Heinrich Graf von Flemming zu erbauen. Da in diesem Haus jedoch zuerst der Holländer Harsolde von Craneburg lebte, trug das Bauwerk zuerst den Namen "holländisches Palais". Zwei Jahre später kaufte der Kurfürst das Anwesen. Seine heutige Bezeichnung als "Japanisches Palais Dresden" erhielt das Haus von 1727 bis 1733. Das einstige Landhaus wurde in eine riesige Vierflügelanlage mit spätbarock-klassizistischen Stilelementen umgebaut. Das Dach erhielt eine Formgebung, die an Häuser des fernen Ostens erinnert. Zusätzlich wurde dieses fernöstliche Flair durch im Innenhof sowie an der Außenmauer befindliche asiatische Statuen und Figuren unterstrichen.

Der steinige Weg des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg

Im 18. Jahrhundert wurde das Japanische Palais umgebaut, um als Museum genutzt zu werden. In dieser Zeit wurde in dem Prachtbau auch die Inschrift "Museum usui publico patens" verewigt. Diese Worte werden in deutscher Sprache mit "Museum zum öffentlichen Gebrauch" übersetzt. Anfänge für die Gründung der heutigen Sächsischen Landesbibliothek begannen ab 1786 mit der Unterbringung der kurfürstlichen Bibliothek. Durch dieses frühe Gründungsjahr ist die Sächsische Landesbibliothek heute eine der landesweit ältesten Bibliotheken. Während des Zweiten Weltkriegs trug das Japanische Palais in Dresden schwere Schäden davon. Es dauerte knapp 50 Jahre, bis das Bauwerk in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlte. Heute begeistert das Haus nicht nur als Herberge Dresdner Kulturschätze von einem unfassbar hohen Wert. Außerdem betört die Kulturstätte mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Brühlsche Terrasse und Neue Terrasse.

  • Anschrift: Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden
  • Telefon: 0351/49142000
  • Internet: www.skd.museum/besuch/japanisches-palais/
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10-18 Uhr
  • Eintrittspreise: hängen vom Besuch der jeweiligen Museen ab
  • Anfahrt: Straßenbahn 4 und 9 bis Haltestelle "Palaisplatz"; Straßenbahn 6 und 11 bis Haltestelle "Anton-/Leipziger Straße", Straßenbahn 8 bis Haltestelle "Neustädter Markt"; gebührenpflichtige Parkplätze befinden sich in der Nähe

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park-des-japanischen-palais.jpg © Sven Döring
japanisches-palais-dresden.jpg © Frank Exß