Das Deutsche Hygiene Museum Dresden: das Abenteuer Mensch mit allen Sinnen erleben

Ausflüge zum Deutschen Hygienemuseum in Dresden führen zu einem der meistbesuchten Museen des Landes. Seit ihrer Sanierung nach der Jahrtausendwende heißt die Einrichtung pro Jahr rund 300.000 Besucher willkommen. Jeder einzelne Gast begibt sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch eine interessante Dauerausstellung, die den Menschen, dessen Körper und die Gesundheit thematisiert.

 

Hygiene-Museum Dresden

Zwei Dauerausstellungen und regelmäßige Wechselausstellungen

Am Rande der Innenstadt Dresdens erleben Besucher mitten im Großen Garten zwei Dauerausstellungen. Neben dem "Abenteuer Mensch" gewährt die Dauerausstellung "Kinder Museum Unsere fünf Sinne" Einblicke in ein Thema, das jeden einzelnen Gast des Museums selbst betrifft. Diese Dauerausstellungen werden durch Wechselausstellungen ergänzt, die sich auf aktuelle oder historische Problematiken beziehen. Während die Dauerausstellungen auf den Menschen sowie dessen Gesundheit eingehen, fokussieren sich die Wechselausstellungen auf kulturelle Aspekte oder dominierende Gesellschaftsformen. Deshalb konnten Besucher in den vergangenen Jahren aufschlussreiche Ausstellungen zu Themen wie "Rassenwahn im Dritten Reich", "Menschliche Leidenschaften" oder das "Gehirn und Denken" bewundern. Weiterhin widmete sich die Ausstellung bereits den "Bildwelten des Geistes, Sport und Gesellschaft".

Ein ehrenwertes Konzept

Jung und Alt begeben sich auf die Spuren einer Institution, die 1912 durch den Odol-Vorsitzenden Karl August Lingner zum Leben erweckt wurde. Der kreative Kopf verfolgte die Vision, eine "Volksbildungsstätte für Gesundheitspflege" zu gründen. Mit dieser Idee traf der einstige Odol-Chef den Nerv der Zeit. Unterschiedliche öffentliche Einrichtungen waren Anfang des 20. Jahrhunderts darauf ausgerichtet, die Gesundheit der Menschen ärmerer Schichten zu stabilisieren. Deshalb legten die Organisatoren der Ausstellung seit ihrer Geburtsstunde großen Wert darauf, nicht nur die menschliche Anatomie aufzuzeigen. Zugleich sollte das Dresdner Hygienemuseum Hygiene, Gesundheitsvorsorge sowie Ernährung thematisieren.

Beschwerliche Jahre unter der Führung der Nationalsozialisten

Noch vor dem Siegeszug des Nationalsozialismus fand in dem Museum 1930 die Internationale Hygiene-Ausstellung statt. Im Rahmen dieses Events wurden eine gläserne Frau und ein gläserner Mann der Öffentlichkeit präsentiert. Einige Jahre später missbrauchten Nationalsozialisten das Hygienemuseum, um ihre persönliche Ansicht zur Rassenideologie darzustellen. Dafür führten die Vertreter des Dritten Reichs pseudowissenschaftliche Erklärungen an. Heute erlebt das Deutsche Hygienemuseum eine erneute Blütezeit. Nach der Erstellung einer grundlegend neuen Konzeption wurde das Museum sogar im sogenannten Blaubuch verewigt. In dieser Publikation sind die bedeutungsvollsten kulturellen Einrichtungen Ostdeutschlands verewigt. Besucher haben die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen. Öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung "Abenteuer Mensch" bedürfen keiner Anmeldung. An Wochenenden finden bei den Wechselausstellungen ebenfalls öffentliche kostenfreie Führungen statt.

  • Anschrift: Deutsches Hygienemuseum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
  • Telefon: 0351/4846670
  • Mail: service@dhmd.de
  • Internet: www.dhmd.de
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr; Führungen kostenfrei Samstag und Sonntag 14 Uhr; spezielle Führungen für Familien mit Kindern Sonntag 15 Uhr
  • Eintrittspreise: Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkarte 11 Euro
  • Anfahrt: Straßenbahn 10 und 13 bis Haltestelle "Großer Garten", Haltestelle 1, 2, 4, 10, 12 und 13 bis Haltestelle "Straßburger Platz"