Die Synagoge in Dresden: ein Refugium für die jüdische Gemeinde

Der jüdische Glaube ist in Dresden mit einer langen Tradition verbunden. Bereits ab dem 13. Jahrhundert befand sich in der Elbmetropole eine Synagoge. Allerdings wurde diese religiöse Einrichtung in einen Stall des Kurfürsten umgewandelt. Bis 1837 war der Bau von Synagogen in Dresden untersagt. Gläubige trafen sich in Betstuben, bis die Alte Synagoge von 1838 bis 1840 durch Gottfried Semper erbaut wurde. Allerdings wurde dieses Gotteshaus in der Reichsprogromnacht 1938 dem Erdboden gleichgemacht.

 

Synagoge in Dresden

Die Neue Synagoge entstand durch Initiative einer jüdischen Gemeinde

Nach dem Zweiten Weltkrieg wagte eine kleine jüdische Gemeinde in Dresden einen Neubeginn. Die Gemeinde vergrößerte sich durch Zuwanderer aus Russland stetig. Ein neues Gotteshaus wurde benötigt. Im Jahre 1997 schrieb die in Dresden ansässige jüdische Gemeinde einen internationalen Wettbewerb für die Errichtung einer Synagoge samt Gemeindezentrum aus. Die Wahl fiel auf den drittplatzierten Entwurf, der von mehreren Architekten aus Saarbrücken eingereicht wurde. Die Einweihung der am östlichen Rande der Altstadt gelegenen Synagoge erfolgte am 9. November 2001. Hier befindet sich die Synagoge genau an dem Ort, an dem einst die Alte Synagoge erbaut wurde. Das als "Europäisches Gebäude des Jahres" ausgezeichnete Bauwerk ist in Form eines Kubus angelegt, der sich in Richtung Osten neigt. Diese einen Würfel imitierende Formgebung ist bewusst gewählt und lehnt sich an die traditionelle Vergangenheit erster israelitischer Tempel an.

Architektonische Besonderheiten der Synagoge Dresden

Bei dieser Synagoge Dresden stehen sich zwei Kuben gegenüber. Die Synagoge ist etwas höher als das Gemeindehaus. Beide Bauten bieten der jüdischen Gemeinde genügend Raum, um an Konzerten und Veranstaltungen teilzunehmen. Zugleich dient das Bauensemble als Ort der Begegnung. Die in ihrer grau-gelben Farbgebung Sandstein ähnelnden Formsteine erinnern bewusst an die weltbekannte Klagemauer aus Jerusalem. Eine Besonderheit sind die abgestuften Quaderschichten, die pro Steinlage jeweils um sechs Zentimeter versetzt sind. An der oberen Quaderschicht ist die Ausrichtung des Gebetshauses gen Jerusalem erreicht.

Die Tore stehen für Führungen offen

Heute kann die Synagoge in Dresden nur durch Führungen besichtigt werden. Diese Führungen werden durch den Verein Hatikva e. V. organisiert. Männer sollten bedenken, dass sie eine Kopfbedeckung benötigen, um die Synagoge zu betreten.

  • Anschrift: Synagoge Dresden, Am Hasenberg 1, 01067 Dresden
  • Telefon: 0351/6560710
  • Mail: sekretariat@jg-dresden.org
  • Internet: www.jg-dresden.org, www.freundeskreis-synagoge-dresden.de
  • Öffnungszeiten: Führungen von Sonntag bis Donnerstag (genaue Führungstermine werden unter www.hatikva.de bekanntgegeben)
  • Eintrittspreise: 4 Euro pro Person (pro Führung)
  • Anfahrt: Straßenbahn 3 und 7 bis Haltestelle "Synagoge"